Man trifft sich. Nicht, weil man muss, sondern weil man sich hier seit Jahren, oft Jahrzehnten, in einem Zustand zwischen Klassentreffen und Familienfest wiederfindet. Rund 130 Gäste sind gekommen, und schon kurz nach siebzehn Uhr ist der Raum gefüllt mit jenem Summen, das entsteht, wenn Menschen sich wirklich etwas zu sagen haben.
„Das letzte EAGLES-Jahr war sehr erfolgreich und wir haben mehr als 2,5 Mio. Euro an Spenden eingespielt, wofür wir uns bei allen, die dazu beigetragen haben, herzlich bedanken. Wir hoffen, dass wir auch im Jahr 2026 an diesen wunderbaren Erfolg anknüpfen können.“
Christian Neureuther, Präsident der EAGLES Charity Golf Club e.V.
Das Handfeste und das Herzliche
Christian Neureuther, der Präsident, steht mittendrin. Er ist der Gastgeber einer Gemeinschaft, die im vergangenen Jahr etwas Erstaunliches vollbracht hat: 2,5 Millionen Euro an Spenden wurden eingespielt. In der Summe steckt die ganze Wucht dieser Vereinigung, die mittlerweile die Marke von 50 Millionen Euro Gesamterlös seit ihrem Bestehen durchbrochen hat. Neureuther blickt auf das Wirtepaar Peter und Caterina Hubert, er lobt das Bier und die Zünftigkeit. Es ist die Anerkennung des Bodenständigen, die diesen Verein ausmacht.
Draußen wartet der Winter, Neureuther selbst war tags zuvor noch auf der Zugspitze. Skifahren, natürlich. Die Enkel tun es ihm bereits gleich, bis auf den Jüngsten, der mit zehn Monaten noch andere Prioritäten hat. Es ist diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und familiärer Erdung, die den Ton des Abends angibt.
An den Tischen sitzen sie nebeneinander: Patrick Lindner und sein Mann Peter Schäfer, die gerade erst der Stille von Sylt entflohen sind, um hier die Geselligkeit zu suchen. Marianne und Michael sind da, flankiert von einem vier Monate alten West Highland Terrier namens Cleopatra. Es ist ein Bild von fast rührender Alltäglichkeit: Ein Volksmusik-Duo, das sich über die Erziehung eines Welpen Gedanken macht, während es gleichzeitig ein Sportfest für benachteiligte Kinder in München-Riem plant. Das Gute tun, das passiert hier oft beiläufig, ohne das große Pathos.
Johnny Logan, der Mann der 129 Flüge im vergangenen Jahr, spricht vom Kürzertreten. Es ist der Wunsch nach dem Urlaub, nach dem Innehalten, der viele hier eint. Auch Katja Ebstein ist nach Jahren der Abwesenheit wieder dabei. Sie spricht vom Golfsport, von der frischen Luft und dem Wunsch, sich dem Spiel auf dem Grün wieder intensiver zu widmen. Es ist diese Sehnsucht nach der Bewegung im Freien, die auch Dr. Beate Merk antreibt. Nach einem Oberschenkelhalsbruch kämpft sie sich zurück, die Platzreife ist das Ziel, der Sport die Therapie.
Ein Ausblick in den Glanz
Während im Saal die bayerischen Schmankerl gereicht werden, richten Julia Fleschenberg und Christian Neureuther den Blick nach vorn. Das Jahr 2026 verspricht neue Wege: Ein Besuch im Wasserschloss Westerburg steht an, die digitale Präsenz erstrahlt dank moderner Technik in neuem Glanz, und die Reihen der EAGLES füllen sich mit neuen, klangvollen Namen. Rainer Schüttler, Martin Schmitt, Jan Sosniok, Sven Fischer und Oliver Kreuzer stoßen dazu – Athleten und Künstler, die das Erbe von Gründervater Frank Fleschenberg weitertragen werden.
Am Ende ist es ein Heimspiel für jene, die den See ihre Heimat nennen, wie Sophie Wepper oder Lola Paltinger. Man genießt die Abwesenheit der Hektik. Unter den Gästen mischen sich Größen wie Thomas M. Stein, Michael Greis und Stefan Blöcher unter das Volk. Es ist ein Abend ohne Distanz.
Wenn man das Bräustüberl an diesem Abend verlässt, bleibt das Gefühl, dass hier etwas bewahrt wird. Ein Verein, der Golf spielt, ja – aber vor allem ein Verein, der die Menschlichkeit pflegt. Und das ist in Zeiten wie diesen vielleicht die wichtigste Disziplin überhaupt.
weitere Informationen unter eagles-charity.de