Ein Pächter, der weiß, wie der Hase (und der Ball) läuft
Man merkt sofort, dass hier nicht nur Töpfe gerührt werden, sondern Herzblut drinsteckt. Das liegt vor allem an Thorsten Kremer. Der Mann hat einen entscheidenden Vorteil: Er ist Gastronom und Golfer. Er kennt das elende Gefühl eines Hungerasts nach Bahn 14 und weiß genau, dass man nach der Runde manchmal eine ehrliche Salsiccia braucht und keine molekularen Experimente.
Das Team hat den Innenräumen in den letzten Wochen ordentlich Feinschliff verpasst. Es ist jetzt so einladend, dass man fast vergessen könnte, dass draußen noch 18 Bahnen warten. Kremer verspricht eine mediterrane Küche, die die Brücke schlägt zwischen „schnell mal was für zwischendurch“ und dem ausgiebigen Abendessen mit der Familie. Von der glutenfreien Pasta bis zur Pizza, bei der der Boden noch so richtig kracht. Hier wird italienisch gesprochen, und zwar auf dem Teller.
Wenn der Präsident brennt
Clubpräsident Bernhard May wirkt sichtlich erleichtert und stolz zugleich. „Die Jungs brennen förmlich darauf, Gastgeber zu sein“, erzählt er. Und das merkt man. Wer schon im März Anfragen für Weihnachtsfeiern bekommt, muss irgendetwas verdammt richtig machen. Die Mischung aus Bodenständigkeit und einer Prise Extravaganz scheint den Nerv der Würzburger zu treffen – egal, ob sie ein Handicap von 5,4 oder gar kein Interesse an kleinen weißen Bällen haben.
Mehr als nur eine 19. Loch-Station
Das Beste am „ARTISA“ ist jedoch die Qual der Wahl beim Sitzplatz:
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Wer es gesellig mag, entert die große Bar.
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Wer das Licht sucht, verschwindet im Wintergarten.
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Und wer – wie ich – gerne anderen beim Verzweifeln am Grün zusieht, der schnappt sich einen Platz auf der Sonnenterrasse.
Es ist ein öffentliches Restaurant, was ich besonders charmant finde. Es bricht diese unsichtbare Mauer zwischen „Club“ und „Welt da draußen“. Hier treffen sich Hochzeitgesellschaften, Firmen-Events und verschwitzte Golfer auf Augenhöhe.
Mein Tipp: Reservieren Sie unter artisa@soulfood-company.de. Denn wenn sich erst herumgesprochen hat, dass die hausgemachte Salsiccia in Würzburg neue Maßstäbe setzt, könnten die Plätze knapper werden als ein gerader Schlag bei Gegenwind.
Das Team ist bereit. Die Saison 2026 kann kommen und wenn das Spiel mal wieder nicht läuft, wissen wir zumindest, wo wir Trost finden.