Ein Erbe, das weitergespielt wird: Der Bastian-Schweinsteiger-Cup kehrt nach Bad Griesbach zurück

Drei Golfplätze, ein gemeinsamer Kanonenstart und zwei Stiftungen, denen das Wochenende nachhaltig helfen soll: Vom 24. bis 26. Juli geht der Bastian-Schweinsteiger-Cup im Quellness & Golf Resort Bad Griesbach in seine dritte Auflage. Dabei führt der Weltmeister nicht einfach ein prominentes Charity-Turnier fort – sondern ein Stück bayerischer Sportgeschichte.

Es gibt Golfturniere, bei denen am Ende vor allem Ergebnisse bleiben. Und es gibt Turniere, deren Bedeutung erst nach dem letzten Putt sichtbar wird.

Wenn am Samstag, 25. Juli, um 10 Uhr auf drei Golfplätzen im niederbayerischen Bad Griesbach gleichzeitig der Kanonenstart fällt, geht es deshalb nicht nur um Birdies, Stablefordpunkte und die Frage, wer bei der Players Night einen Pokal entgegennehmen darf. Der dritte Bastian-Schweinsteiger-Cup steht für eine Verbindung, die in Bayern seit Jahrzehnten funktioniert: große Namen, sportliche Leidenschaft und die gemeinsame Bereitschaft, Menschen zu unterstützen.

Gespielt wird zeitgleich auf dem Beckenbauer Golf Course, dem Porsche Golf Course und dem Allfinanz Golfplatz Brunnwies. Alle drei Anlagen tragen die Handschrift von Bernhard Langer. Das Turnier wird über 18 Löcher nach Stableford ausgetragen, ist nicht Handicap-relevant und richtet sich an geladene Gäste sowie Mitglieder des Golf Resort Bad Griesbach. Gewertet werden Damen und Herren gemeinsam in Brutto und Netto, hinzu kommen mehrere „Nearest to the Pin“-Wertungen.

Vom Kaiser-Cup zum Schweinsteiger-Cup

Seine eigentliche Geschichte begann lange vor dem ersten Abschlag unter dem heutigen Namen. Zwischen 1988 und 2022 wurde der legendäre Kaiser-Cup insgesamt 33-mal in Bad Griesbach ausgetragen. Franz Beckenbauer und Resort-Gründer Alois Hartl hatten das Charity-Turnier ins Leben gerufen und damit eines der bekanntesten gesellschaftlichen Golfereignisse Deutschlands geschaffen.

Nach dem Tod Beckenbauers im Januar 2024 stand nicht nur ein Turnier, sondern eine gewachsene Tradition vor einer ungewissen Zukunft. Bastian Schweinsteiger übernahm die Schirmherrschaft – nicht mit dem Anspruch, Franz Beckenbauer zu ersetzen, sondern dessen Engagement weiterzuführen.

„Besonders wichtig ist mir dabei, das Erbe von Franz Beckenbauer weiterzutragen – seinen Einsatz für den Sport, für den Zusammenhalt und für Menschen, die Unterstützung brauchen“, sagt Schweinsteiger vor der dritten Auflage.

Bereits die Premiere 2024 zeigte, welche Strahlkraft das neue Kapitel entwickeln kann. Mehr als 300 Golferinnen und Golfer gingen damals an den Start, rund 500 Gäste kamen zum abschließenden Galaabend. Am Ende standen 150.000 Euro für die Franz Beckenbauer-Stiftung. Auch bei der zweiten Austragung 2025 kamen 150.000 Euro zusammen – damals zugunsten der Franz Beckenbauer- und der Felix Neureuther Stiftung.

Oliver Kahn bringt eine neue Aufgabe mit

2026 wird der Kreis neu gezogen. Der Erlös geht diesmal an die Franz Beckenbauer-Stiftung und die Oliver Kahn-Stiftung. Oliver Kahn hat seine Teilnahme am Wochenende bestätigt. Damit treffen in Bad Griesbach nicht nur zwei prägende Persönlichkeiten des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft aufeinander. Auch zwei unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Hilfe kommen zusammen.

Die Franz Beckenbauer-Stiftung konzentriert sich vor allem auf konkrete Einzelfallhilfe. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung sowie Personen, die krank oder unverschuldet in Not geraten sind – beispielsweise bei der Finanzierung von medizinischen Hilfsmitteln, barrierefreien Umbauten, Therapien oder behindertengerechten Fahrzeugen.

Die Oliver Kahn-Stiftung verfolgt einen anderen Ansatz. Mit sogenannten Safe-Hubs verbindet sie Fußball, Bildung und persönliche Förderung. Kinder und Jugendliche sollen dort nicht nur einen geschützten Raum für Sport erhalten, sondern auch beim Lernen, bei ihrer persönlichen Entwicklung und beim Einstieg in das Berufsleben begleitet werden. Unterstützt werden soll durch das Turnier insbesondere der Safe-Hub in Berlin-Wedding.

Drei Plätze, ein gemeinsames Ziel

Dass der Bastian-Schweinsteiger-Cup sportlich auf drei Anlagen gleichzeitig ausgetragen wird, ist mehr als eine organisatorische Besonderheit. Es beschreibt die Dimension des Turniers. Wo gewöhnlich ein Clubhaus, ein erster Abschlag und ein Siegerflight den Mittelpunkt bilden, verteilt sich das Geschehen in Bad Griesbach über große Teile des Resorts.

Der Beckenbauer Golf Course und der Porsche Golf Course verlangen auf ihrem weitgehend flachen Terrain vor allem Präzision zwischen Wasserhindernissen und strategisch platzierten Bunkern. Brunnwies setzt dagegen stärker auf die Bewegung des niederbayerischen Geländes. Drei unterschiedliche Prüfungen – verbunden durch denselben Startzeitpunkt und denselben Zweck.

Das Wochenende beginnt bereits am Freitagabend mit einem „Bayerischen Abend“ in Tracht, Tombola und Live-Musik. Am Samstag folgt nach der Golfrunde die Players Night mit Siegerehrung, Champagner-Empfang und mehreren Musikacts. Moderiert werden die Abendveranstaltungen von Sportmoderatorin Antonia Wisgickl. Unterstützt wird das Turnier erneut vom EAGLES Charity Club.

Mehr als ein Prominententurnier

Natürlich lebt das Wochenende auch von seiner gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Unterhaltung werden in Bad Griesbach erwartet. Eine vollständige Gästeliste wurde bislang allerdings nicht öffentlich bekannt gegeben. Neben Gastgeber Bastian Schweinsteiger ist Oliver Kahn derzeit der prominenteste bestätigte Teilnehmer. Spekulationen über weitere Namen wären deshalb verfrüht.

Doch vielleicht liegt genau darin die richtige Perspektive auf dieses Turnier. Der Bastian-Schweinsteiger-Cup muss nicht über den roten Teppich erklärt werden. Seine Bedeutung liegt in dem, was durch die Aufmerksamkeit möglich wird.

Schweinsteiger versucht nicht, in die Fußstapfen des „Kaisers“ zu treten. Dafür waren sie zu groß – und zu einzigartig. Er hat einen anderen Weg gewählt: Er sorgt dafür, dass die Geschichte nicht stehen bleibt.

Am 25. Juli wird in Bad Griesbach deshalb um Brutto- und Nettopreise gespielt. Um kurze Putts, lange Drives und den einen Schlag, von dem beim Abendessen noch erzählt wird. Entscheidend wird jedoch eine andere Zahl sein: jene auf dem Spendenscheck.

Denn das Vermächtnis dieses Turniers bemisst sich nicht in Schlägen. Sondern darin, was nach ihnen weiterwirkt.