Wenn Evi Mittermaier, Ehrenpräsidentin, und ihre Schwester Rosi 1986 zum Spatenstich ansetzten, ahnten sie wohl kaum, dass man hier Jahrzehnte später punktgenau zum Schengener Abkommen Bayern und Tirol sportlich vereinen würde.
Zwölf Bahnen liegen auf bayerischem Boden, sechs in Tirol. Dass diese Grenze einmal mehr als nur eine Linie auf der Karte sein würde, zeigte sich unfreiwillig während der Pandemie, als der Platz geteilt wurde und Mitglieder je nach Nationalität auf „ihrer“ Seite bleiben mussten. Ein Nerventest, der heute zum Glück nur noch Kopfschütteln und eine gute Anekdote beim Bier danach auslöst.
Der Taktik-Check: Blind Date mit dem Panorama
Wer den „Mountain Course“ unterschätzt, hat schon verloren. Die Handschrift von Don Harradine (die ersten 9 Löcher) und Thomas Himmel (Erweiterung 1995) verlangt Präzision statt bloßer Länge.
- Alpine Taktik: Der Platz fordert mit ordentlichen Höhenunterschieden und Wasserhindernissen.
- Obacht beim Grün: Ein echter Geheimtipp für das Kurzspiel – fast jedes Grün hängt leicht ins Tal. Wer die Falllinie Richtung Tal ignoriert, schaut dem Ball beim Vorbeischauen zu.
- Mut zur Lücke: Typisch alpin sind die blinden Löcher, die strategisches Spiel und Vertrauen in den eigenen Schwung erfordern.
Es ist ein sportlicher Anspruch, der zusammenschweißt. Nicht umsonst nennt sich eine Gruppe von Mitgliedern bei Auswärtsturnieren stolz die „Bergziegen“ – und ja, sie gewinnen damit auch.
Heimat & Genuss: Marshall-Service und Infinity-Pool
In Reit im Winkl ist der Genuss keine Nebensache, sondern Teil der Etikette. Das beginnt bereits auf der Runde, wenn Marshall Stefan – eine echte Institution im Club – die Spieler mit kalten Getränken, heißem Kaffee und Brotzeiten versorgt. Nach dem letzten Putt wartet die feine Küche im Clublokal, die in entspannter Atmosphäre bayerische Gemütlichkeit serviert.
Wer nach den Höhenmetern die Waden lockern will, findet im Partnerhotel Peternhof direkt am Platz mit Infinity-Pool und Spa das perfekte Refugium. Alternativ bieten traditionsreiche Häuser wie der Unterwirt oder das Gut Steinbach im Ort die passende bayerische Bettschwere.
Grünes Gewissen: Feuersalamander und Alm-Idylle
Der Platz ist kein steriles Grün, sondern ein lebendiges Biotop. Hier wird ausschließlich biologisch gedüngt. Während man sich auf den nächsten Schlag konzentriert, kann es gut sein, dass ein Feuersalamander über den Weg huscht oder man am Rand seltene Kostbarkeiten wie das Knabenkraut, Trollblumen oder Mehlprimeln entdeckt.
Die Geräuschkulisse ist dabei denkbar urig: Kühe, Pferde, Schafe und sogar Alpakas umgeben die Fairways. Wer seinen vierbeinigen Freund nicht missen möchte, darf diesen übrigens gerne mit auf die Runde nehmen – Hunde sind hier willkommen.
Hand aufs Herz: Habt ihr beim Putten auch schon mal die Schwerkraft des Tals unterschätzt oder gehört ihr eher zum Team „Bergziege“?